“Das Herbeigeschriebene”
Alles, was ihr Sohn mal gesehen hatte, vorhergesehen, war eingetreten: die Türme waren zusammengefallen, hatten sich in schwarze verwandelt, also aus Asche bestehend, nicht mehr da seiend, dann
hatte er aufgezeichnet, wie ein Amokläufer tötet, auch das war geschehen, aber genau so. Und sie hatte beobachten können: wenn sie etwas schriftlich fixierte, passierte es kurze Zeit genau so und
das war mehr als beunruhigend..Sie konnte auch nicht ahnen, was ihr Brief nach dorthin, zum Club für anonyme Hilfe bewirkte, welche merkwürdigen Gedankengänge da zustande kamen ...
Er, gerade zurück aus einem ausgedehnte Urlaub, erinnerte sich lächelnd an allerlei Unsinn, den sie so getrieben hatten am Strand, in Kneipen, bei harmlosen Feiern.
Er sah seine Sekretärin verblüfft an, als sie ihm merkwürdig lächelnd das Schreiben , abgedruckt als E-Mail auf den Tisch legte. “Was habe ich damit zu tun?” “Lies und du wirst es verstehen, ich glaube jedenfalls zu verstehen..” “Dann setze dich und erzähle mir von deinen Vermutungen.” “Warum meinst du wohl, hat sie sich jetzt an dich gewandt ,Jean ,und nicht schon viel früher?” “Sie ? Es gibt viele Frauen, denen wir geholfen haben, kann mich nicht an jede Einzelne erinnern. “ “An diese wirst du dich erinnern: sie hatte den Spitznamen “die Nervige“, weil sie immer irgendwas wollte, der Kontakt brach erst ab, als die Betreuung durch uns aufgehört hatte, hier: das war sie mal.“ “Wieso war, ist sie jetzt tot, bei der Polizei sind wir aber nicht angestellt. “ Widerwillig nahm er das etwas größere s/w-Foto. “Wie kommt es in deine Hände?“ “Nachdem ich bemerkte, dass du irgendwie verträumte Augen bekamst, wenn du dies Mädchen, was jetzt älter ist als du jetzt bist, anstarrtest dachte ich: das ist ja merkwürdig, der immer korrekte Chef verliebt sich in ein Bildmädchen.“ “Nun, sie hatte dann ja Hilfe für den Jungen, brauchte mich aber für sich nicht mehr.”
Er bat die Frau zu sich, die einst direkt ihre Helferin war, nun, sie half der armen verliebten Frau, als sie hörte, wie sehr diese vom Chef schwärmte. Irgendwann glaubte sie, vergißt sie ihn und er sie ebenfalls, aber nix da: er vergaß nicht, sie ebenfalls nicht!
Ihm war das Thema schrecklich unangenehm, er hatte die Zuneigung der älteren Frau
sehr wohl wahrgenommen und dann hatte sie sich nicht mehr gemeldet. Er konnte nicht ahnen, dass ihre weibliche Bezugsperson sie auf einen anderen Mann aufmerksam gemacht hatte, nur um die Beziehung ihres Chefs zu schützen.
“Und wer zwischen den Zeilen lesen kann, liest heraus: hilf meinem Sohn so, als wärest du sein Vater, wie er es sich immer gewünscht hat.” “Sie würde mich nicht duzen, niemals.” “Würde nicht, möchte schon und so denkt sie auch.” “Woher willst du wissen, wie sie denkt?” “Ich habe mich lange, sehr lange mit ihr unterhalten können und sie hat mir 100%ig vertraut wie einer Schwester, sagte sie selbst, die sie nie hatte. Sie verehre dich, nun, ich glaube sie hatte sich unglücklich in dich verliebt. Verehrung? Wer glaubt denn das, wenn du sie angesehen hast, ist sie wohl wie ein junges Mädchen errötet.” Das war sie tatsächlich und er erinnerte sich seltsamerweise auch daran
Er schwieg, er hatte sehr wohl einst wahrgenommen, wie er auf sie wirkte, mußte sie aber ansehen, weil er verglich: diese immer noch junge Frau mit der auf dem s/w Bild aus ihren sehr frühen Erwachsenenjahren, bildschön, lachend, schlank, eine Augenweide, das Bild hing eine Zeitlang im Büro der Betreuerin, was ihn wunderte und er war mehr als einmal nur deshalb in das Büro gegangen, bis das Bild eines Tages weg war und er fragte weshalb. “Es gefällt ihr so gut, sie wollte es auch haben.” Er ärgerte sich plötzlich, dass er nie heimlich einen Abzug davon hatte machen können.
(SF vom 14.7.2009, ca 2 Monate etwa vor dem ähnlichen Gedankenzeitraum 2003) “Woher willst du eigentlich wissen, dass ich jetzt glücklich bin.” “Nun, ihr habt ein Kind, eine tolle Wohnung..” “Sieh mich doch an, ich bin etwas dicker geworden, was sie immer verabscheute, sie mag meine Haare auf den Armen, auf der Brust immer noch nicht.” “Mach doch die Tür zu, muß ja nicht jeder mithören.” “Dann werden wir eine Pause draußen machen, da hört keiner zu.” Sie, Frau I. wunderte sich jetzt, warum Jean sich keinen Friseur, Psychologen oder Zahnarzt nahm, dem er diese Story erzählen konnte. Dann draußen sagte sie leise: ”Du scheinst zu vergessen, dass sie schreibt, hatte sie dich nicht mal angerufen und gefragt, ob sie über uns eine Geschichte schreiben dürfe und du sagst ja, aber die Namen müssen verändert werden? Wie wäre es zum Beispiel, wenn diese Frau nur so aus Langeweile meint, ihr Leben brauche wieder einen Kick, sie schreibt es sich so, wie sie es sich vorstellt? Wir haben es nicht nötig, Marionetten in ihrem Spiel zu sein und ein Drehbuch will ich auch nicht vermuten müssen, denn zuzutrauen ist ihr das durchaus. Sie hält zum Beispiel alle Details jener Begegnungen (egal mit wem) fest, legt dann als Star einen Mann fest, der dein Ebenbild entweder ist, damit du dich wiedererkennst oder eben nicht, damit man dich nicht wiedererkennen kann, irgendwie raffiniert und gefährlich.” “Warum denn dieses? “ “Wir könnten versucht sein, das genau so zu tun, wie sie es sich immer vorstellt und schon wird wahr, was sich keiner wünschen mag: jemand weiß, wie du denkst.” “Sie hat ein unwahrscheinlich gutes Beobachtungsvermögen, auch das ist mir bekannt. Sie suchte dich an jenem betrüblichen Morgen, einen Tag nachdem sie vom Tod des eigenen Vaters erfuhr. Dann sah sie mich hier sitzen, wie ich blinder Maulwurf gerade meine Brille putzte, dabei mache ich immer die Augen zu, muß ja keiner sehen, dass ich mich für meinen Silberblick geniere. Sie setzte sich schweigend, nachdem sie mich gegrüßt hatte und ich hatte ihr ja auch einen Platz angeboten. Weiß der Fuchs, was sie dabei dachte..”
“Ich habe mir erzählen lassen, dass sie dich angesehen hat. “ “Von ihr?” “ Ja, von ihr ..."
Sie berichtete mir vom Tod des Vaters und fügte Folgendes hinzu, was ich bis heute nicht vergessen habe, vielleicht habe ich es mir sogar in meinem Tagebuch notiert, weil es irgendwie stimmt, entschuldige bitte, aber auch ich empfinde das so wie sie: “Schon erstaunlich, wie hilflos er ohne Brille aussieht, aber dies Bild passt besser zu ihm als das vom Profil, denn es gibt nicht ständig was zu lachen im Leben, er lacht, als würde es nichts Ernsthaftes geben. Diesen Moment, wo er fast traurig und irgendwie hilflos aussieht, diesen Ausdruck ihm Gesicht nehme ich mit für die unzähligen Tage, an
- ihre Gedanken in Gedichtform dazwischen -
(Ich nehme mit für all meine spät`ren tage
Jenen Moment des Glücks, der Sehnsucht und der Hoffnung
Auf deine Liebe..
Wenn deine Liebe aber nicht zu mir käme:
sei mir ein Freund, wann immer du es willst...)
denen er nicht zulassen wird, dass ich ihn wieder so sehe oder dass ich ihn allein sehen darf.” Was sie nicht sagte, war, dass sie genau diesen Ausdruck in deinem Gesicht verwenden wird, sollte
sie je ein Drehbuch über ihr erstes Jahr schreiben. Tröste dich: dieser Ausdruck macht dich menschlicher, aber auch verletzbarer. Dabei wirkte sie sehr nachdenklich, als hätte sie dich in dem
Moment ohne Brille in die Arme nehmen wollen, ihre innere Stärke und Kraft habe ich sehr bewundert: obwohl der Vater tot war, half sie am nächsten Tage gleich ihrem Freund, hielt sich nicht lange
mit weinen auf, sagte, mein Vater hätte gewünscht, dass ich mein Leben gerade nach seinem Tode so richtig in die eigenen Hände nehme.” “Und da hat sie nichts anderes zu tun, als dich
aufzusuchen?” “Geht noch weiter: als habe sie geahnt, dass da jemand sein würde, der ihren Blick auf sich benötigt, so als Vorahnung, verstehst du, so eine Art von Hellseherei und außerdem: Wir
hier alle zählten fast zu ihrer Familie, seit dem Moment, als du neben mir saßt im Büro der Frau, die gegangen wurde: sie sah dich verwirrt an, als würde sie dich aus einem ihrer vergangenen
Leben genau wiedererkennen.”
Die mysteriösen Ideen, dass man früher schon einmal gelebt habe, interessierten ihn zwar, er hatte aber nie so recht daran geglaubt. “Sie zeigte mir ein merkwürdiges Gedicht, dass sie angeblich aus der Übersetzung eines ägyptischen Totenbuches hätte. Weil ich mich doch wunderte, gab ich diesen Text ein und siehe da: es stimmte zwar, aber nicht genau: sie hat Fragmente anderer Gedichte genommen und sie miteinander verwebt, dass eine neue Verehrungsvariante für Osiris herauskommt, Isis fleht Osiris an, in Jahrhunderten zu ihr zurück zu kommen, wenn sie ihn wiedererkennen könne:
jünger an Jahren seist du, o geliebter Osiris und magst du auch verschiedene Dinge an dir haben, die dich entfremden von der uralten Zeit: immer werde ich fühlen, dass da dein Schutz ist, wenn nicht für mich direkt, dann doch für meinen Sohn. Denn du Osiris wirst mich nicht auf den 1.Blick erkennen, dann nicht, wenn dein Blick vorher auf eine andre Frau gefallen sein wird, dann werde ich dich dennoch immer wieder erkennen an deiner Stimme, deinem Blick, deiner Verwirrtheit und an deinem mich erkennen können..”
“Ja, ich denke, irgendwie könnte es sein, dass ich sie erkannte, sie legte mir etwas zum Unterschreiben vor, danach zitterte meine Hand, ich konnte nichts damit anfangen, ich liebte sie nicht mehr..” “ist das nicht irre?” “Ja, es ist irre, aber wer sagt denn, dass wir Menschen einander nicht hin und wieder seelenverwandt sind, weil unsere Seelen sich immer wieder zueinander hingezogen fühlen, egal, ob wir zufällig einen anderen Menschen zu lieben gelernt haben?” “Menschen ja, aber du wirst wissen, dass Isis und Osiris eben keine Menschen, sondern die höchsten ägyptischen Götter waren oder zu ihnen gezählt wurden. Es mag andere ägyptische Menschen gegeben haben, die ähnlich hießen, aber diese Verehrungsverse habe ich eben in den Gräbern sehen können. “ “Du warst extra deshalb in Ägypten?” “Ich hatte Urlaub und habe die Erlaubnis bekommen, bei der Öffnung eines ganz neuen Grabes zugegen zu sein, es geht das Gerücht um, das wäre die Gruft von Hatschepsuts Geliebten und Beamten, und eben an jenen Wänden konnten die ägyptischen Gelehrten jene Verse teilweise wiedererkennen, die ungefähr so lauten: “Osiris, wenn du mir eines Tages gegenüberstehst, ich werde dich wiedererkennen, werde dich in jeglicher Gestalt erkennen, aber es mag sein, dass du blind geworden bist für meine Liebe.” “Sehr weit hergeholt, kann alles Mögliche bedeuten, du gehst irgendwie zu weit.” “Das möchte sie uns glauben machen, aber ich sehe schon: sie hat auch dich mit ihrer Ungezwungenheit übertölpelt.”
Er war selbst überrascht, zu welchen neuen, so ganz anderen Ideen er kam, sagte aber jetzt was anderes:
“Ihren Sohn hat sie aber nicht erfunden, er ist echt und ein Scherzkeks.” “Warum?” “Er sagte mir unter 4 Augen, dass sich seine Mutter in mich verliebt hätte, aber eben genau wisse, dass diese Liebe nie erwidert werden würde.” “Und du hast ihm geglaubt?” Dieser Junge hatte nicht gelogen, das wußte der Koordinator im Club ganz genau und er putzte wieder seine Brille. Nervös und er stellte sich die Frage, wie er echt reagieren sollte. “Sie hat aber einen festen Freund.” “Wenn sie dich kriegen könnte, denkst du, sie würde es nicht tun, das Leben ist kurz.” “Sie hat gerade den Menschen, den ich handwerklich am meisten bewunderte und er hat was auf dem Kasten, wenn er eine Ausbildung als Betreuer gemacht hätte, würden ihn die Jungen mögen und nicht ab und zu durchknallen, ich bin wohl zu sanft.” Das er sich nebenbei nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer interessierte, verschwieg er natürlich. Er bewunderte den Älteren nicht nur wegen der handwerklichen Geschicklichkeit, nein: er wünschte sich ihn als Kumpel, Freund, Kollegen.. Sexuelle Interesse? Diese Idee kam ihm etwas absurd vor und er stellte diese Möglichkeit ganz hinten an..
“Das kommt dir nur so vor, aber teste ruhig, wer mehr deine Hilfe will, sie oder er.” “Besorge mir stattdessen ihre Akte vom Amt, wenn das geht.” Das würde machbar sein und wenn er diese Akte im Besein der Sozialbetreuerin lesen mußte, was dann auch der Fall war. Er durfte sich aber Dinge herausschreiben, die für ihre Einschätzung für ihn wichtig schienen. Ja, sie schrieb gut, auch wenn viele Dinge so unglaublich schienen, denn warum hatte sie bei einem langweiligen Typen so lange ausgehalten? Wegen des Hauses auf dem Dorf? Sie schien eine merkwürdig lockere Beziehung zu ihrem Kind zu haben, Freundin-Mutter, das das nicht ging, das hätte er ihr damals sagen können, warum hatte er es nicht? Und er erinnerte sich an jenen frühen Nachmittag..
Sie trug diesmal ein schwarzes Hauskleid, das ihn fast zu der Frage verführte, ob jemand gestorben wäre, dann aber ihr sanftes, fast glückliches Lächeln. Gelassen bat sie ihn herein, um am PC etwas einzustellen und ihr Sohn sah sie beide verblüfft an, ging aber ohne Widerrede, als er ihn bat, ihn einen Moment mit seiner Mutter allein zu lassen. Was der Kleine wohl gedacht haben mochte? Und dann nahm er ihre Blicke wahr: als ihr sonst störrisches Kind automatisch das tat, was der Fremde wollte, starrte sie diesen verwirrt an, genau in seine Augen.. Ob sie darin lesen wollte, er hatte keine Ahnung, ebenfalls wußte er nicht, was sie beim Anblick seiner Haare auf den Armen empfand, war es ihm denn wichtig? Seine Freundin mochte diese Haare ebenso wenig wie die auf seiner Brust, selbstverständlich rasierte er sich diese auch nicht ab, wer war er denn!
Während er noch überlegte, was er tun sollte, war dieser Brief von ihr aus seinen Papieren verschwunden, so getan durch die Betreuerin I., die wieder verhindern wollte, dass der Chef aus seiner Beziehung zu einer jüngeren Frau abgelenkt würde. Sie zerriss das Schreiben, aber kurz danach kam sie von der Toilette nicht mehr herunter, mindestens eine Stunde lang quälte sie Durchfall, sie vermochte auch danach nichts bei sich zu behalten. Der Arzt, den sie aufsuchte, konnte nichts Wesentliches feststellen, vermutete was Seelisches. “Ich bin nervlich immer gesund gewesen..” “Hat wenig mit den Nerven zu tun, wie ich heraushörte, bilden sie sich irgendwas ein?” Sie schüttelte
den Kopf und bemühte sich, ihren Chef anzurufen, was mehrere Stunden durchweg nicht gelang. In dieser Zeit mußte sie sich ins Krankenhaus einweisen lassen, von dort aus erreichte sie endlich den Chef, der über ihren verschlechterten Zustand sehr beunruhigt war. Atemlos bat sie ihn:
“Bitte drucken Sie sich genau diese E-Mail noch einmal ab, ich habe sie versehentlich aus ihren Papieren genommen und vernichtet.” “ Wie kommen Sie dazu..” “Tun Sie bitte nur, um was ich Sie eben bat, es gehen Dinge mit mir vor, die ich mit Rationalität nicht erklären kann.”
Er druckte sie noch einmal ab, aber diesmal standen merkwürdigerweise mehr Zeilen da, die vorher nicht dagestanden hatten: “Es kann natürlich sein, dass man mir unterstellt, ich hätte mich in den Chef verliebt, dann dürfte ich nirgendwo mehr um Hilfe bitten, wenn ich Menschen achte und respektiere. Vielleicht sollten eben jene Leute, die gehässig über mich herumgrübeln, über ihre eigenen Gedanken und Wünsche schreiben und dann wird ihnen auffallen, dass sie mit meinen fast übereinstimmen..” Und das auf jener E-Mail, die vor 3 Tagen abgesandt wurde? Theoretisch und auch praktisch war das unmöglich, es wurde nur ein Eingang verzeichnet, nicht 2. “Habe ich das überlesen?” In seinem Inneren antwortete es: “Nein, hast Du nicht, Du machst von allen Schreiben eine Sicherheitskopie, denn Sekretärinnen können auch mal Fehler machen..” Er sah in den Ordner Sicherheitskopie nach und dort fand er wieder eine andere Version der E-Mail: mehrere Sätze aus dem Schluß klangen so: “Es würde mich ziemlich enttäuschen, wenn man meine Bitte abschlägt, ohne mich wenigstens zu informieren, ein mündliches Gespräch unter 4 Augen wäre nett..” Und genau das hatte er vor und rettete damit der kranken Angestellten das Leben, ahnte das aber nicht einmal.
WIEDER HINEINGEDACHT: Warum dies nun Bestandteil eines Films wurde? Schnell erklärt: SIE dachte es sich tatsächlich aus und alles, was sie erdachte, wurde echt wahr. Das erschien ihr so unwsl.,dass sie probehalber zu einem ihrer engsten Freunde (nicht Partner!) so laut dachte, dass sie eben diesen jungen Helfer für schwul hielt, sie hatten beide gar herzlich gedacht, nicht wissen könnend, dass eben dies sein größtes Geheimnis war. Aber seine neugierigen, gespannten, fast verliebten Blicke zu einem etwas ältern Mann hatte eben nur sie aufgefangen und sie erinnerte sich an die Blicke ihres Kindes. Das Kind hatte den Ersatzvater so angehimmelt! War anhimmeln das richtige Wort in einer nicht-existierenden Beziehung zwischen jungen Mann und einem älteren Mann, der viel länger als er eben diesen Mann stand, mit allen Rückschlägen, die das Leben bereithielt?
Szenen aus diesem Drehbuch sandte sie ein, es sollte so ein Mischmasch zwischen SF, Mystik, Krimi und Liebesfilm werden und hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass man auf sie zurückkam, falsch gedacht. Fast 1 Monat nach Einsendung wurde sie gebeten, die Story als Buch und als Drehbuch zu verfassen, Hilfe könnte sie sofort bekommen, da es so spannend wirkte, man wolle so einen Mehrteiler probieren, denn auch Phasen ihrer Kindheit und Jugend und frühem Erwachsenenalter mochte man. So schrieb sie Sätze, die sogleich von einem Helfer als Drehbuchskizzen notiert wurden, auch wurden bereits Handlungsplätze ausgesucht in der gesamten Republik und im Ausland. Ihre Träume bildeten einen sehr wichtigen Grundstock, für jene Dinge, die sie weder auszusprechen wagte, noch für all das, was sie für wahr hielt und: was zunächst nur unter der Oberfläche waberte, selbst das erwies sich nach längerer Betrachtung als wahr. Stundenlang konnte sie durch die geliebte Stadt gehen einerseits und mußte sich zwingen, in der Stadt, in der sie sich entschlossen hatte, zu leben - nach einer letzten herben Enttäuschung mit einem Partner - auch nur Ansätze für Handlungen zu erdenken. Bis sie jene Vision bekam: sie ging mit halbgeschlossenen Augen durch eine besondere Gasse an der Nähe des Hafens, als sie in ein unwirkliches Licht eintauchte. Über ihr schwirrten fliegende Autos herum, gläserne Übergänge von einem Haus zum anderen, Müllabsauger in Form von winzigen Automaten. Und als sie aus dem seltsamen futuristischen Licht heraustrat, vor ihr eine Blutlache, auch die nur als Vision. Blut eines gerade 4 Wochen alten Kindes, welches ein Erwachsener hatte liegengelassen, etwas war geschehen..
“Nein, Sie brauchen sich nicht selbst darzustellen,” sie fühlte sich schon von seinem Blick genervt, was dachte er sich denn dabei, sie so zu bedrängen? Nur ganz entfernt mochte sie es jetzt, wenn er sich in ihrer Nähe aufhielt, sie wußte nur ungefähr, woran das lag. Sie hatte ihren Liebling unter den ausländischen Stars gewinnen können. War die Produktionsleitung noch der Meinung gewesen, diesen Star könne man unmöglich bezahlen, lachte der nur und versprach, keine überhöhte Gage zu wollen, man möge nur beginnen mit der Arbeit. (Einige sehr gute Stars hatten sich um die Rolle des Liebhabers gerissen, ältere und auch jüngere.) Besonders begabt mußte der Mann gar nicht sein, denn er hatte zwar einen besonderen Menschen darzustellen, aber im Film mußte es nicht unbedingt sein, dass er etwa musizieren oder singen konnte, reiten oder andere Dinge gar nicht. Nur seine Stimme mußte ganz besonders melodisch sein, dabei überzeugend, auch wenn er manchesmal leise zu sprechen hatte, als geniere er sich für das, was er zu tun hatte. Brille war ebenfalls nicht unbedingt nötig und so entfernte sich das Bild des Mannes, der das Vorbild darstellte, immer mehr von dem, was später über den Bildschirm flimmerte. Groß, schlank, ohne Brille, markantes Gesicht mit einem gewinnenden Lächeln. Frauen mochten diesen Mann gern auf der Leinwand sehen
und warum einen neuen Star kreiieren? Er war doch schon einer... “Einen Fehler muß er doch haben?” “Wenn es ein Fehler ist, dass er schwul zu sein hat..”
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen